Dienstag, 24. Februar 2015

Ohne Backtriebmittel geht nichts auf (Backen Teil 3)


Die ersten auf Steinen gebackenen Fladenbrote besaßen nicht annähernd die Konsistenz, die man heute mit dem Namen Fladenbrot verbindet. Sie bestanden zum größten teil aus Getreide und Wasser und waren zudem nur in warmem Zustand genießbar. Danach wurde es steinhart. Wahrscheinlich war es ein Zufall, dass der Mensch eines Tages feststellte, dass ein vergorener Teig nicht nur größer wird, sondern nach dem Backen ein luftiges Brot ergibt. So entstand der Sauerteig, bei dem Mikroorganismen Gärprozesse in Gang setzen und dadurch den Teig "aufgehen" lassen.

Erst mit der Erfindung des Mikroskops im Jahre 1676 war es möglich, diese Mikroorganismen, zu denen die Hefe gehört, zu identifizieren und zu erforschen. Hefepilze zersetzen die im Mehl enthaltene Stärke und produzieren dabei Kohlendioxid. Dieses Gas lässt den Teig aufgehen. Allerdings haben Hefepilze auch einen entscheidenden Nachteil: Sie verbrauchen bei ihrer "Arbeit" selbst eine Menge Mehl, was in den Zeiten der allgemeinen Unterversorgung mit Lebensmitteln ein Problem darstellte.

1833 machte der Chemiker Justus Liebig eine entscheidende Entdeckung. Er fand heraus, dass Natron unter Beigabe von Weinstein-Kaliumbitartrat ähnlich wie Hefe den Teig auflockerte, ohne aber dabei Mehl zu zersetzen. Dies war die Geburtsstunde des Backpulvers. Für Brot hat sich das Backpulver jedoch nicht durchgesetzt, Hefeteig schmeckt einfach besser beim Brot. Beim Kuchen jedoch ist Backpulver zu einer unverzichtbaren Zutat für viele Teigarten geworden.

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