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Freitag, 20. Februar 2015

Die Nase sorgt für den ersten Eindruck (Teil 4 Nase)

Der Geruchssinn ist der unmittelbarste Sinn des Menschens. Während visuelle, akustische oder haptische Signale erst in der Großhirnrinde des Gehirns verarbeitet werden müssen, wirken Düfte im Gehirn direkt auf das limbische System, wo Emotionen verarbeitet und Triebe gelenkt werden. Wenn man zum ersten Mal einen Raum betritt oder einen unbekannten Menschen trifft, ist es in der Regel der Geruchssinn, der einem den ersten Eindruck verschafft.
Zudem ist die menschliche Erinnerung eng mit Düften und Gerüchen verknüpft. Ein Geruch kann einen urplötzlich in eine lange zurückliegende und längst vergessene Situation zurückversetzen, in der man ihn zum ersten Mal wahrnahm. Dieser "Proust-Effekt" ist nach dem französischen Autor Marcel Proust benannt.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Riechen kann man trainieren (Teil 3 Nase)

Jedes Lebewesen und viele Gegenstände und Materialien sondern Duft in Form von Molekülen ab. Beim Einatmen gelangen die Moleküle zur Riechschleimhaut am oberen Ende der Nasenhöhle. In diesem fünf Quadratzentimeter großen Organ befinden sich zwischen zehn und 30 Millionen Nervenzellen, die sich alle vier bis sechs Wochen erneuern und Rezeptoren für zirka 400 verschiedene Duftstoffe besitzen. Sie münden in den Riechkolben, den Übergang zum Gehirn. Von dort werden die Informationen an verschiedene Bereiche des Hirns weitergeleitet, kombiniert und verarbeitet. Gerüche sind in der Regel sehr komplex und setzen sich oft aus mehreren hundert Elementen zusammen.

Beim Riechen kommen zwei Nerven ins Spiel. Der Olfaktorius steuert das eigentliche Riechen, während der schmerzempfindliche Trigeminus auf beißende Gerüche wie Chlor, Salmiak, Rauch oder auch Zwiebel reagiert. Der Geruchssinn ist eng mit dem Geschmackssinn verknüpft, und erst diese Verknüpfung liefert ein differenziertes Geschmackserlebnis. Ein gesunder Mensch kann mehr als 10.000 verschiedene Duftnoten unterscheiden. Wer sich gezielt Düften aussetzt und versucht, diese zu kategorisieren, steigert seine Wahrnehmung und kann die Geruchsinformationen besser verarbeiten und benennen.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Babys verlassen sich auf ihre Nase (Teil 2 Nase)

Schon bei Neugeborenen ist der Geruchssinn komplett ausgereift. Er hilft ihnen zum Beispiel, direkt nach der Geburt die Brust der Mutter zu finden. Das Geruchsgedächtnis wird vor allem in den ersten drei Lebensjahren gebildet. In dieser Zeit sammelt man den Großteil seiner olfaktorischen Eindrücke, die eine Spur im Gehirn hinterlässt.

Werdende Mütter sind vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft extrem geruchsempfindlich. Der Geruchssinn wird viel sensibler. Bei vielen herrschen sogar Abneigungen gegen Nahrungsmittel, Parfüm oder Rauch, die manchmal bis zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Biologen erklären sich diesen Mechanismus als Schutz des Kindes vor möglicherweise schädlichen Einflüssen durch Nahrung oder Umwelt. Gerade in den ersten drei Monaten ist der Embryo sehr sensibel, da sich in dieser Zeit lebenswichtige Organe bilden.

Dienstag, 17. Februar 2015

Wenn der Geruchssinn beschädigt ist (Teil 1 Nase)

Je älter man wird, desto schwächer wird der Geruchssinn. Ab 40 Jahren lässt die Fähigkeit, Düfte zu erkennen und zu unterscheiden, nach. Auch Rauchen und häufiger Kontakt mit Chemikalien und Schmutz oder Staub vermindern die Fähigkeit zu riechen. Menschen, die ihren Geruchssinn verloren haben, leiden an sogenannter Anosmie. Grund dafür können zerstörte Geruchsnerven sein, chronische Entzündungen, Allergien, aber auch Hirntumore oder Alzheimer-Erkrankungen. Der Geruchssinn wird zwar von vielen Menschen als relativ unwichtig betrachtet, der Verlust kann aber schwerwiegende Folgen haben. Viele Betroffene leiden an psychischen Problemen, weil sie nicht mehr sicher sind, ob ihr Eigengeruch zu stark ist und möglicherweise andere stört. Übertriebener Waschzwang und Rückzug aus dem sozialen Leben können die Folge sein.